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Pinguinarten: Peruanischer Riesenpinguin Icadyptes salasi, ausgestorben
26.06.2007 von Pinguine.info

Pinguinarten: Ausgestorbene Riesenpinguine


Icadyptes salasi

Icadyptes salasi sind peruanische Riesenpinguine, die vor 36 Millionen Jahren vor der Küste Perus gelebt haben und ausgestorben sind. Den Namen verdanken sie dem Fundort, die Provinz Ica südlich der Hauptstadt Lima.

Noch heute sind in Peru die verhältnismäßig kleinen Humboldtpinguine beheimatet.

ICADYPTES SALASI – ein ausgestorbener peruanischer Riesenpinguin
Rechts: Peruanische Riesenpinguin Icadyptes salasi (ca. 150 Zentimeter),
rekonstruiert aus zahlreichen Knochenfunden
Mitte: Größenvergleich zu einem heutigen Humboldtpinguin (35-40 Zentimeter)
Links: Der zweite fossile Fund aus Peru, vergleichbar mit der Größe eines
Königspinguins (ca. 75-90 Zentimeter): Perudyptes devriesi
Foto: Illustration von Kristin Lamm (www.wissenschaft.de, PNAS)

Klima

Die damaligen klimatischen Bedingungen an Perus Küsten waren durchweg tropisch und glichen schwül-heißen Treibhausbedingungen, zu einer Zeit, als das globale Klima ohnehin ungewöhnlich warm war. Die Abkühlung des Klimas begann erst einige Millionen Jahre später und trotzdem lebten Pinguine bereits in Äquatornähe. Bisher wurde aber angenommen, dass sich die Pinguine in den kalten Regionen der Antarktis und Neuseelands entwickelten und erst vor vier bis acht Millionen Jahren in Richtung Norden bis in die Nähe des Äquators wanderten, als das globale Klima stark abgekühlt war.

Die neuen fossilen Funde widerlegen diese These nun jedoch und zeigen, dass zumindest die frühen Pinguinarten nicht auf ein kaltes Klima angewiesen waren. Bemerkenswert ist außerdem, dass die Riesenpinguine auf Temperaturschwankungen scheinbar anders reagieren als die Pinguine heute, denn normalerweise werden Tiere, die in wärmere Regionen abwandern, kleiner, weil sie weniger Wärme speichern müssen.

Größe und Aussehen

Der Icadyptes salasi hatte eine Größe von 1,50 Meter und war damit 30 Zentimeter größer als der größte heute lebende Pinguin (Kaiserpinguin). Sie waren in der Gestalt den heutigen Pinguinen sehr ähnlich und ein wenig den Lummen. Der Icadyptes salasi war bereits sehr gut an das Leben im Meer gewöhnt und ebenso flugunfähig wie heutige Pinguine.

Vom Aussehen her unterscheiden sie sich von den heutigen Pinguinen neben der Größe hauptsächlich durch den 20 Zentimeter langen und dolchartigen Schnabel.

ICADYPTES SALASI – Schädelgrößenvergleich
Größenvergleich der Schädel: Der ausgestorbene Riesenpinguin
Icadyptes salasi (oben) mit seinem dolchartigen Schnabel, und
unten der Schädel eines heutigen Humboldtpinguins.
Foto: Daniel Ksepka

Durch außergewöhnliche fossile Funde haben US-Paläontologen das Aussehen rekonstruieren können. Zu den Überresten gehören der Schädel, neun Wirbel, Teile der beiden Schultern, ein linker Oberarmknochen, Elle, Speiche, Handknochen und Fingerteile.

In unmittelbare Nähe des Fundortes entdeckten die Paläontologen eine noch weitaus kleinere ausgestorbene zweite Pinguinart, den Perudyptes devriesi.

Evolution

Obwohl die Überreste des Icadyptes salasi und des Perudyptes devriesi an der Pazifikküste Perus entdeckt wurden, werden beide bislang unbekannte Arten in eigene neue Gattungen zugeordnet. Icadyptes salasi lebte vor 36 Millionen Jahren, Perudyptes devriesi bereits vor 42 Millionen Jahren. Somit sprechen wir beim Icadyptes salasi von einer zweiten Einwanderungswelle von Neuseeland nach Südamerika. Trotz allem ist zu vermuten, dass diese Vögel keine direkten Vorfahren der heutigen Pinguine sind, sondern sich in einer Seitenlinie entwickelt haben und schließlich ausgestorben sind.

Quellenangabe

Julia Clarke, North Carolina State University in Raleigh für die US-Akademie der Wissenschaften et. al.: PNAS, Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1073/pnas.0611099104
sowie die deutsche Übersetzung für ddp/wissenschaft.de – Ilka Lehnen-Beyel

Webhinweise


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